Die kirchliche Flüchtlingshilfe

Ökumenisch


2015 erkannten viele Menschen die Verantwortung für Menschen, die in großen Gruppen zu Fuß über Ungarn Deutschland erreichten. Unter den engagierten Ehrenamtlichen waren auch viele Christen.

 

ÖRK und katholische Kirche bekräftigten am  19. September 2018 in einem Dokument die gemeinsame Verantwortung für Menschen auf der Flucht:

Die Kirchen und alle Christinnen und Christen haben den Auftrag zu verkünden, dass jeder Mensch Respekt und Schutz verdient. Außerdem sind die Kirchen täglich dazu aufgerufen, aktiv Fremde willkommen zu heißen und gleichzeitig alle Menschen zu schützen und sich gegenseitig zu ermutigen – jeweils entsprechend der eigenen vielfältigen Herkunft und Geschichte – ihre jeweiligen Talente für den Aufbau einer Gesellschaft einzusetzen, die nach einem friedlichen Leben in Gleichwertigkeit strebt und jegliche Diskriminierung ablehnt.

Gemeinsames Schlussdokument

Kirchen und Wohlfahrtsverbände kritisierten wiederholt das Bestreben, Europa abzuschotten und Hilfe zu verweigern. Die Kirchen sind auf allen Kontinenten vertreten. Das prägt ihre Perspektive: 

 

Heute ist offensichtlich, dass eine Renationalisierung der Politik stattfindet. Die Kirche ist aber sowohl lokal als auch universell, und im Leben der Kirchen widerstehen wir den Tendenzen, isoliert zu arbeiten, und wir bekräftigen unsere tiefe Verpflichtung zu einem universellen und ökumenischen Horizont.

Konsultation von Kirchenleitenden 2015

Deshalb bedeutet Flüchtlingshilfe im ökumenischen Sinn auch, Fluchtursachen in den Blick zu nehmen! 

Kneitschel 19.06.2019

Katholisch

Papst Franziskus sprach davon, dass in der Gegenwart zwei Tendenzen wirken. Der  "Globalisierung der Gleichgültigkeit" stellt sich die "Globalisierung der Nächstenliebe" entgegen.

Das ist auch in Deutschland zu spüren.

Der vierte Katholische Flüchtlingsgipfel findet am Donnerstag, 4. Juli 2019, auf der Zeche Carl in Essen statt. Erwartet werden rund 100 Praktiker, Experten und Ehrenamtliche aus ganz Deutschland. Thematisch widmet sich der diesjährige Flüchtlingsgipfel „Herausforderungen kirchlicher Flüchtlingsarbeit im Umgang mit Fremdenfeindlichkeit“. Der Flüchtlingsgipfel wird vom Arbeitsstab des Sonderbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz für Flüchtlingsfragen, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), vorbereitet.

Im Anschluss an den Flüchtlingsgipfel verleiht die Deutsche Bischofskonferenz im Rahmen eines Festakts zum dritten Mal den Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Der Katholische Preis soll dazu beitragen, das kirchliche Zeugnis gegen jede Form der Menschenverachtung zu stärken. Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, wird den Festvortrag halten. Musikalisch wird die Veranstaltung von der Essener Band „Culture Pool“ begleitet. Als Moderatorin wird Natalie Amiri (ARD) durch den Abend führen. 

Für die Ökumenische Flüchtlingshilfe sowie die Caritas wird Ernst-Ulrich Kneitschel vor Ort sein und dann beim nächsten Ehrenamtsstammtisch berichten.

Ein Kurzbericht wird dann auch an dieser Stelle veröffentlicht.

Kneitschel 19.6.2019

evangelisch

 

Unter dem Dach des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung setzen sich Brot für die Welt, die Diakonie Katastrophenhilfe und die Diakonie für Flüchtlinge und Migranten ein.

 

Der Deutsche Evangelischen Kirchentag 2019 stand unter dem Thema: "Was für ein Vertrauen!" Die Themen Flucht und Migration waren präsent.

 

Der Kirchentag setzt ein Zeichen für die Seenotrettung an den Grenzen Europas und hat dazu Leoluca Orlando eingeladen. „Leoluca Orlando, Bürgermeister von Palermo, steht wie wenige europäische Politiker und Politikerinnen seit Jahrzehnten für Zivilcourage und für eine entschieden menschliche Flüchtlingspolitik“ sagt Kirchentagspräsident Hans Leyendecker. Mit anderen Bürgermeistern und Bürgermeisterinnen in Europa schlägt er konkrete Maßnahmen vor, um dem Leiden im Mittelmeer ein Ende zu bereiten. Viele Städte bieten sich für die Umsetzung an, sehen sich aber von den europäischen Regierungen blockiert.

Nicht nur Christen blicken über den eigenen Tellerrand hinaus. Aber viele Christen fühlen sich von ihrem Gluben her ermutigt! Ihr Handeln beginnt da, wo sie leben: Suchet der Stadt Bestes! (Jer, 29,7)

Sie ignorieren aber nicht die Not der Menschen um sie herum. Das gilt konkret für die eigene Stadt oder das Dorf. Als Gemeinschaft in einem Land endet ihre Sorge für Mitmenschen aber nicht an einer Grenze - weder zum Nachbarland, noch zum Mittelmeer.

 

Christen schützen ihre Familie und die Menschen, die sie lieben - aber nicht auf Kosten anderer. Ihr Handeln ist von Vertrauen, nicht von Angst geprägt:

„‚Was für ein Vertrauen‘ heißt auch: Wir vertrauen darauf, dass Handlungsoptionen entwickelt werden, die echte Hilfe für Menschen in (See)-Not bieten. 

Kneitschel 19.06.2019

global und lokal

 

Welt

Mehr als 70 Millionen Menschen waren 2018 auf der Flucht. Zum 31. Dezember 2018 gab es 70,8 Millionen Flüchtlinge, Vertriebene und Asylbewerber, sagte der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge, Filippo Grandi, am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung des UN-Flüchtlingsberichts „Global Trends“. 2,3 Millionen mehr als ein Jahr zuvor – und doppelt so viele wie vor 20 Jahren. Es ist die höchste Zahl von Flüchtlingen, die seit Gründung der UNHCR, 1950, je gezählt wurde.

 

Die meisten Flüchtlinge haben außerhalb von Europa Zuflucht gefunden. 91 Prozent leben nicht in der EU. Reiche Länder haben im Schnitt 2,7 Flüchtlinge pro 1000 Einwohner aufgenommen, mittlere und arme Länder 5,8 Flüchtlinge pro 1000 Bewohner.

Die größte Zahl der neuen Asylbewerber kam im Jahr 2018 aus Venezuela:

341 800

 

Leipzig: 

3.000 Asylbewerber bekamen 2018 Leistungen in Leipzig.

887 Asylberechtigte wurden Leipzig 2018 neu zugewiesen.

Das Jugendamt betreute zum 31.12.18  135 unbegleitete minderjährige sowie 63 junge volljährige Ausländer/-innen. 

424 Personen waren Ende Dezember 2018 in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Freistaates Sachsen in Leipzig untergebracht.

Kirchgemeinden sowie Caritas und Diakonie unterstützen mit vielen Projekten und Netzwerkpartnern die neu ankommenden Menschen und fördern Begegnung und Integration. 

Text: Kneitschel19.06.2019