Presse-Mitteilung | 6. Juli 2020

„Fünf Jahre nach dem Sommer der Flucht – #offengeht“ – Diakonie Sachsen ist Mitunterzeichnerin

 

Zivilgesellschaftliche Organisationen ziehen in einer von PRO ASYL, der Diakonie Hessen und dem Initiativausschuss für Migrationspolitik in Rheinland-Pfalz initiierten Erklärung eine Bilanz der Aufnahme von Flüchtlingen seit 2015. Die Diakonie Sachsen hat sie mitunterzeichnet.

Diakonie-Chef Dietrich Bauer sagt: „Wir haben diese Erklärung mitunterzeichnet, weil sie darauf aufmerksam macht, dass die Menschen, die 2015 auf der Flucht zu uns gekommen sind, mittlerweile zu unseren Nachbarinnen und Nachbarn, Arbeitskolleg*innen, Kommiliton*innen und Freundinnen und Freunden geworden sind. Die Zahlen zeigen - ganz entgegen der oftmals populistischen Behauptungen – dass mit den Schutzsuchenden Menschen nach Deutschland gekommen sind, die sich integrieren und arbeiten wollen und können. Viele von ihnen sind jung und sie tragen schon jetzt dazu bei, der Überalterung der Bevölkerung entgegenzuwirken. Wer die dort genannten Zahlen ernsthaft zur Kenntnis nimmt, sieht, dass die Aufnahme schutzsuchender Menschen nicht nur aus humanitären, menschen- und asylrechtlichen Gründen geboten ist, sondern wir sie uns auch ökonomisch leisten können. Viele Flüchtlingsunterkünfte in den Kommunen stehen zurzeit leer. Andere können kurzfristig reaktiviert werden. Es gibt hinreichend Ressourcen, Kapazitäten und Kompetenzen in Deutschland, um weitere Flüchtlinge aufzunehmen und so unserer Verantwortung für den Flüchtlingsschutz nachzukommen. Zentral scheint mir auch die Einsicht zu sein, dass es ein Irrtum ist, zu meinen, dass man gegenüber Flüchtlingen Grenzen schließen, Stimmung schüren und eine Gesetzesverschärfung nach der anderen auf den Weg bringen kann, und gleichzeitig Hochqualifizierte aus anderen Ländern willkommen heißen kann. Wir sehen schon heute, dass viele Hochqualifizierte nicht nach Sachsen kommen, weil sie den mittlerweile verbreiteten Alltagsrassismus weder sich noch ihren Familien zumuten wollen!“

Bauer weist aber auch daraufhin, dass Solidarität, Gemeinschaftssinn und Zusammenhalt in einer Gesellschaft nicht vom Himmel fallen. „Es muss etwas dafür getan werden. Wir als Diakonie verstehen uns mit unseren vielfältigen Hilfen, die unterschiedslos allen Menschen offenstehen, als eine recht verstandene Gerechtigkeitsbewegung. Nur Menschen, die sich ihrer Teilhabe an der Gesellschaft sicher sind, können und wollen sie auch in einer demokratischen, solidarischen und nachhaltigen Weise gestalten und lassen sich nicht gegeneinander ausspielen!“

Die Erklärung finden Sie unter diesem Online-Link >>>

Wir stehen zur Aufnahme von unbegleiteten Minderjährigen bereit

​​

Die Diakonie Sachsen unterstützt nachdrücklich die Aktion, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus den völlig überfüllten Lagern auf den griechischen Inseln nach Deutschland zu holen und damit ihre unerträgliche Situation endlich zu beenden. „Wir sind hier bestens gerüstet, viel besser als 2015 und verfügen als Diakonie über langjährige Erfahrung im Umgang und bei Unterbringung dieser jungen Menschen und Kinder!“, sagt Dietrich Bauer, Chef der Diakonie Sachsen.

„Es kann nicht sein, dass es in diesem reichen Land nur noch so wenig Barmherzigkeit gibt, dass selbst über die Aufnahme von ein paar tausend frierender und schwerkranker Kinder noch nächtelang verhandelt werden muss.

Sollten wir angefragt werden, stehen wir mit unserer Expertise und den passenden Möglichkeiten zur Unterbringung zur Verfügung. Weiter abzuwarten und auf eine europäische Lösung zu hoffen, dauert viel zu lange.  Die Not wächst täglich - eine Aussetzung der Asylverfahren lehnen wir ab.“